Skip to main content English

Arbeitsgruppe für Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen

Leitung: Assoz. Prof. Priv. Doz. Dr. Elisabeth Stögmann

An unserer Spezialambulanz für Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen behandeln wir eine Vielzahl von Patient*innen mit Gedächtnisstörungen. Unser Patient*innenkollektiv umfasst Krankheitsbilder wie die Alzheimer Demenz, das Spektrum der frontotemporalen Demenzen, sowie seltene und atypische Gedächtnisstörungen. Dabei hat sich unsere Arbeitsgruppe im Besonderen auf Patient*innen in frühen Stadien einer Demenz sowie Demenzen mit frühem Beginn (vor dem 65. Lebensjahr) fokussiert.

Unsere Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neuropathologie und Neurochemie sowie der Universitätsklinik für Neuroradiologie und Neuronuklearmedizin ermöglicht multidisziplinäre Forschungsprojekte und pathophysiologische Einblicke in den Krankheitsprozess von Gedächtnisstörungen.

Mit Hilfe von klinischen, laborchemischen sowie molekularbiologischen Ansätzen gehen wir unterschiedlichen Fragestellungen nach.
Innerhalb unseres Patientenkollektivs mit früh beginnender Demenz nutzen wir whole-exome sequencing Methoden für die Detektion potentieller ursächlicher genetischer Marker für Demenzerkrankungen. Demenz mit frühem Beginn ist mit einer starken genetischen Belastung assoziiert. Die whole-exome sequencing Methode eignet sich für diese Zwecke gut als unabhängige Analyse für das differenzierte Screening von Patienten im diagnostischen Kontext sowie im Rahmen der Neuentdeckung relevanter Gene.
Wir untersuchen weiters Gene mit Bedeutung in der Entstehung neurologischer Erkrankungen, wie dem Einfluss von C9ORF72-Repeats auf die Prävalenz von Demenz und unterschiedlicher Krankheitsausprägungen. Wir verwenden die ApoE-Genotypisierung sowohl klinisch als prädiktiven Faktor als auch wissenschaftlich im Rahmen unserer Forschungsprojekte.

Zusätzliche Fokusgebiete unserer Forschungsgruppe sind Biomarker aus Blut und Liquor bei Demenzerkrankungen, welche wir im Kontext der Prognose für die Entstehung von Demenzerkrankungen sowie für die differenzierte Unterscheidung zwischen den verschiedenen Stadien der Alzheimer Demenz verwenden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte weisen darauf hin, dass ursächliche neuropathologische Veränderungen bereits zehn bis zwanzig Jahre vor Beginn der klinischen Symptomatik einer Demenz beginnen. Verschiedene Biomarker zeigen sich in diesem Kontext als gute Parameter für beginnende neuropathologische Veränderungen. Die Entwicklung von neuen, sensitiven analytischen Methoden, wie die ultrasensitive single molecule array (SIMOA), könnten diesen Prozess beschleunigen. In Bezug auf den Einschluss von Patienten in klinische Studien sowie die Entwicklung von wirksamen Therapiemöglichkeiten ist es uns ein Anliegen, die Diagnose dieser Risikopatienten so früh wie möglich in ihrem Krankheitsverlauf zu stellen.

Im Rahmen epidemiologischer Forschungsprojekte untersuchen wir außerdem in Populationsstudien spezifische demographische Faktoren sowie den Zusammenhang von Demenz mit anderen medizinischen Erkrankungen und Komorbiditäten. Hierbei arbeiten wir zusätzlich mit großen Datensätzen wie der österreichischen Sozialversicherungsträger zusammen.

Unsere Arbeitsgruppe unterhält Zusammenarbeit und Kollaborationen mit einer Vielzahl global angesehener akademischer und klinischer Einrichtungen. Im Rahmen eines Europa-weiten Kollaborationsprojektes namens „LETHE“, das mit einer Förderung im Ausmaß von 6 Millionen Euro von der Europäischen Union unterstützt wird, forschen wir derzeit mittels verschiedener Ansätze an Risikofaktoren für Demenzerkrankungen im Kontext der Prädiktion und Prävention. Hierbei beziehen wir Digital Health Initiativen sowie Patientenorganisationen mit ein, um die populationsweite Demenzprävention zu fördern.